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Uferschwalbe

Rheinfelden hat wieder eine Uferschwalbenkolonie

Uferschwalbe
Ausruhen in der steilen Brutwand
Uferschwalbe
Uferschwalbe im Brutröhreneingang

Wer hin und wieder ins Gebiet "Chleigrüt" wandert, dem ist sicher aufgefallen, dass durch den Kiesabbau in der nördlichen Seitenwand der im Zusammenhang mit dem Kraftwerkneubau entstandenen riesigen Kiesgrube eine ca. 1 Meter mächtige Sandlinse zum Vorschein gekommen ist. Da haben Uferschwalben nicht lange gezögert und innert kurzer Zeit rund 50 Brutröhren gegraben. Bereits früher, bis ca. ins Jahr 2000, soll's nach Auskunft des für den Kiesabbau verantwortlichen Traxführers in der damals noch bescheideneren Kiesgrube eine Uferschwalbenkolonie gegeben haben. Jetzt ist diese potentiell gefährdete, in der Schweiz noch rund 6'000 Paare zählende Schwalbenart in die Rheinfelder Gemarkungen zurückgekehrt. Der Kiesabbau an dieser Wand wurde von der ARGE Chleigrüt für die laufende Brutsaison 2008 gestoppt. Für die kommenden Jahre ist der Erhalt der Sandlinse bzw. das Zurverfügungstellen neuer Brutplätze noch ungewiss.

Uferschwalbe
Die Nordwand in der Kiesgrube Chleigrüt
Uferschwalbe
Bruthöhlen in der Sandlinse

Es ist zu hoffen, dass die Verantwortlichen den Wert der Erhaltung dieser Vogelart schätzen lernen, auch wenn er sich (noch) nicht in den Jahresrechnungen der Einwohner- und Ortsbürgergemeinde beziffern lässt. Deren Schutz ist für uns ein Muss.

Die Schweizerische Vogelwarte beschreibt die Art wie folgt:
Im April und Mai kehren diese kleinsten unserer Schwalben aus ihren Winterquartieren zurück und sammeln sich zunächst an Flüssen und Seen, wo sie über Wasser Mücken jagen. Später suchen sie ihre vorjährigen Nistplätze in Sand- und Kiesgruben auf. Früher nisteten sie auch in Steilufern von Flüssen. Diese Brutplätze sind aber fast ausnahmslos den Flussverbauungen zum Opfer gefallen. Die Uferschwalbenbestände sind starken Schwankungen unterworfen, dabei können Trockenperioden im afrikanischen Winterquartier zu Bestandseinbrüchen im Brutgebiet führen. Intensiver Kiesabbau und die Konzentration des Abbaubetriebs auf wenige Grossgruben bedeuten eine latente Gefahr für die Uferschwalben; bei der Aufgabe des Abbaus werden die Gruben oft aufgeschüttet, damit können innerhalb kurzer Zeit Hunderte von Paaren ihren Brutplatz verlieren. In den noch vorhandenen Kolonien herrscht ein reges Kommen und Gehen. Zuweilen scheinen sie ganz verlassen und nur ein einziger, am weissen Kinn kenntlicher Jungvogel, streckt den Kopf zur Niströhre heraus. Im nächsten Augenblick ist die Luft schon vom Flügelschlag und dem Zwitschern einer Vielzahl von Schwalben erfüllt, die ihren Nesteingängen zufliegen oder an steilen Böschungen festgeklammert sich geschwätzig unterhalten, bis plötzlich der Schwarm wieder davonfliegt. Durch ihr braunes Brustband unterscheidet sich die Uferschwalbe deutlich von der Rauch- und der Mehlschwalbe. Ihr Schwanz ist ausserdem weniger stark gegabelt, und ihr fehlt der weisse Bürzel der Mehlschwalbe. Uferschwalben halten sich kaum am Boden auf. Nur nach der Brutzeit verbringen grosse Gruppen die Nächte im Schilf oder in Weidenpflanzungen, aber nicht lange, denn schon ab der zweiten Julihälfte ziehen die Uferschwalben in ihre afrikanischen Winterquartiere.