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Judenweiher

Judenweiher

Das Naturschutzgebiet Judenweiher liegt am Fusse des Nordhanges des “Tannenchopfs“ und umfasst 1.2 ha Laichgewässer und angrenzende naturnahe Flächen und 15.5 ha zugehörige Landlebensräume und Wanderkorridore.
Die Judenweiher sind erstmals 1772 auf einer Karte erschienen. Der Entstehungszeitpunkt ist aber unklar, es heisst dass die Brauerei Feldschlösschen bei der Gründung 1876, die Weiher von Juden aus Warmbach gekauft haben.

Bis zur Jahrhundertwende werden sie als Eisweiher genutzt doch durch neue Weiher neben der Brauerei verlieren sie ihre Bedeutung.

Die schattige Lage macht sie lange zu einem beliebten Schlittschuhplatz.

1980 wird im Aargau das Amphibien-Inventar erstellt. In Rheinfelden werden 8 der 12 in der Nordwestschweiz vorkommenden Arten nachgewiesen. 6 davon sind heute noch im Bereich der Judenweiher anzutreffen: Grasfrosch, Erdkröte, Gelbbauchunke, Bergmolch, Fadenmolch und der Feuersalamander (Larven im Bächli).

Grasfrosch
Grasfrosch
Erdkröte
Erdkröte
Gelbbauchunke
Gelbbauchunke
Feuersalamander
Feuersalamander

Aber nicht nur Amphibien fühlen sich hier wohl, die folgenden Tiere sind in diesem Gebiet auch anzutreffen: Ringelnatter, der Stichling als typischer Fisch, der Teichrohrsänger und die Stockente, die hier brütet. Nicht zu vergessen sind auch die Gastvögel die während des Zuges hier rasten.
Von den Säugern fühlen sich hier vor allem die Wildschweine wohl, aber auch viele Insekten und Libellenarten, sowie Spinnen schätzen diesen Platz um die Weiher.
Seit 1985 werden vom Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden Pflege- und Unterhaltsarbeiten durchgeführt.
1997 wird der lecke Damm abgedichtet, 3 kleine Tümpel angelegt und das Ganze von Bund und Kanton mitfinanziert, weil das Objekt im Entwurf des Bundesinventars aufgenommen wird. 2001 fällt dann der definitive Entscheid für die Aufnahme ins Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung. Damit liegt die Verantwortung in den Händen des Kantons AG und der Gemeinde Rheinfelden, als ausführende Instanz.
Der NVVR führt weiterhin Pflegearbeiten im Auftrag durch:
Auf den Innenflächen werden Kraut, Stauden und Schilf mit Balkenmäher und Motorsense gemäht, das Schnittmaterial auf Depots vor Ort geschichtet, aufkommende Bäume und Sträucher reduziert, die Innenhecken und Tümpel gepflegt und von Zeit zu Zeit ein Teil der Krebsscheren auf den Weihern entfernt.

Fotos des Pflegeeinsatzes vom 4. September 2010

Unterdessen wurde auch ein Bewirtschaftungsvertrag zwischen den Landwirten Roduner und Jegge, inzwischen Feldmann und Jegge, ausgearbeitet.

2008 wird nach mehrwöchigen Zählungen der Gelbbauchunke durch den Verein diese Art vom Bund priorisiert und einige Sanierungsarbeiten in diesem Gebiet umgesetzt:
Neue nachhaltige Unkentümpeln werden angelegt, der Schattenwurf vermindert, die Innenhecke als Niederhecke ausgebildet, ein nachhaltiger Pflege- und Budgetplan erstellt und die Landwirte Feldmann und Jegge noch mehr in die Pflege miteinbezogen.

Fotos: Martin Erdmann und Jeannine Pauli
Text: Martin Erdmann
Layout: Esther und Stephan Müller