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Archiv 2013

GV des Natur- und Vogelschutzvereins Rheinfelden NVVR

Anlässlich der Generalversammlung konnte Stephan Kaiser auf eine stattliche Anzahl von Aktivitäten des NVVR zurückblicken welche regen Zuspruch gefunden hatten: Zum Beispiel der schon traditionelle Storchenpic Anfang August, ein Filmabend zum Thema Wald und die Biberexkursion im letzten Januar. Ruedi Gass, der „Nistkastenvater“, berichtete sehr begeistert darüber, dass sich zum ersten Mal Frauen zur Betreuung eines Teils der über 500 Nistkästen gemeldet hatten. Endlich konnten auch wieder einmal Projekte vorgestellt werden, welche es erlauben, einen Teil des seit Jahren brachliegenden Vereinsvermögens sinnvoll in Naturschutz zu investieren: Zum einen ein kleiner Amphibien-Teich in der Nähe des Görbelhofs, welcher die Ost-West-Vernetzung der Lurche verbessern wird und zum anderen ein Beitrag an die kürzlich entlang der Autobahnspange errichtete künstliche Sandlinse, die den Uferschwalben einen Teil der verlorengegangenen natürlichen Flussufer ersetzen soll. Sicher ein Glücksfall für den NVVR ist die Erweiterung des zuletzt rein männlichen Vorstandes durch die Biologin Daniela Müller Brodmann. Sie hat sich bereits im Laufe des vergangenen Jahres stark im NVVR engagiert, so unter anderem die sehr erfolgreiche Biber-Exkursion geleitet. Wer sie vorher noch nicht gekannt hatte, wurde gleich zu Beginn der GV durch ihr spannendes Referat über Neophyten von Ihrer Qualifikation überzeugt. Das Thema Neophyten – eingeschleppte Pflanzen wie Goldruten, Sommerflieder und Ambrosia welche unsere einheimische Flora, aber auch uns Menschen direkt bedrohen – wird uns übrigens dieses und wohl noch etliche weitere Jahre beschäftigen. Für den 1. Juni hat der NVVR einen ersten Aktionstag geplant, an welchem diese Problematik einer weiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden soll.


Foto NVVR

Das neu gewählte Vorstandsmitglied Daniela Müller Brodmann anlässlich der Biber-Exkursion

Frühling im Wald

Zum Frühlingsbeginn luden die Naturschutzvereine Rheinfelden und Magden zu einem Sonntagmorgenspaziergang im Wald ein. Thema waren Spechte und frühblühende Pflanzen. Beinahe 100 Personen nahmen bei prachtvollem Wetter teil.


Mehr als 100 Personen nahmen an der Exkursion teil.

Die Spechte trommelten und riefen vor und nach dem Spaziergang. Aber die vielen Leute waren ihnen wahrscheinlich unheimlich. So mussten all die Interessierten die Erklärungen von Michael Schaub, Magden, ohne direkte Spechtbeteiligung anhören. Stützschwanz und Spechtschnabel ermöglichen die Futtersuche im Holz. Eine wurmförmige Zunge holt die Insektenlarven aus dem Holz. Jede Spechtart hat etwas andere Vorlieben. Aber die meisten lieben Eichen, die besonders viel reichhaltiges Futter bieten. Deshalb wohnen noch 6 verschiedene Spechtarten in unseren Wäldern. Alle bauen Höhlen im Holz. Von ihnen profitieren wieder andere Höhlenbewohner, die keine so starken Schnäbel haben. Im Gegensatz zu den Spechten konnten die Höhlen gut gesehen werden.


Kohlmeise vor Spechthöhle

Christine Bühler und Sophie Müller, Magden, stellten unterwegs einige Frühblüher und ihre Eigenheiten vor. Hasel und Salweide waren gross genug, dass alle sie gut sehen konnten. Für viele war es neu, dass es männliche und weibliche Weidenbäume gibt. Blütenstaub von den männlichen Kätzchen und Nektar von den weiblichen versorgen die Bienen und Hummeln mit allem, was sie brauchen. Aus den Weiden wurden früher wirksame fiebersenkende Substanzen gewonnen, die man heute künstlich herstellt. Das Lungenkraut mit seinen rosa und blauen Blüten und weichen Blättern wurde zur Bekämpfung von Husten eingesetzt. Auch die Wald-Schlüsselblumen liefern Husten lösende Stoffe.


Gelbblühendes Scharbockskraut

Das gelbblühende Scharbockskraut wurde früher zur Bekämpfung des Skorbuts eingesetzt. Es ist ein Vermehrungskünstler. Dank Wurzelknollen, Ausläufern und Brutknöllchen in den Blattachseln kommt es in grossen Scharen vor. Alle Frühblüher, auch das weissblühende Busch-Windröschen und der Bärlauch, speichern Vorräte in ihren unterirdischen Organen. Deshalb können sie im Frühling sehr rasch austreiben und blühen und Vorräte sammeln, solange noch viel Licht auf den Waldboden kommt.

Am Ende des Spazierganges wartete unter den Eichen ein Apéro, der von Mitgliedern des Natur- und Vogelschutzvereins Rheinfelden für Gross und Klein vorbereitet wurde. Mit vielen Gesprächen klang der schöne Vormittag aus.